… über Agenten und Zionisten – antifa heißt antipha-se – (Februar 2008)

Diejenigen, die sich beim Prozess gegen Plevrisdezent raus hielten, mussten, sei es auch nur wegen der Infragestellung ihre antifaschistischen Werke durch einige ihre Anhänger, 8 Monate später ihre Abwesenheit rechtfertigen.

Unsererseits schrieben wir im November 2007: „Selbst wenn 1% der antifa an ihre eigenen Parolen, wie „Pfoten weg von Migranten“ geglaubt hätten, würden sie sie umsetzen. Unsere Erfahrung verlangt, dass wir sie auffordern, ihren Namen sofort und ohne Zeitverzug zu ändern. Kein Einziger von denen, obwohl der Beginn des Prozesses am 5.9. bekannt war, erschien im Gerichtssaal. Somit bewiesen sie ihren Hellenismus (ein so genannter Antifaschismus gepaart mit Antisemitismus). Wenige Griechen haben es vorgenommen bzw. sind zum Prozess gekommen. Andererseits, gerade mal ein paar Leute, darunter bezeichnenderweise MigrantInnen haben eine historische Sensibilität und Interesse, beim Prozess anwesend zu sein, gezeigt. Offensichtlich lag die Abwesenheit – wie uns Genossen mitteilten – nicht an der sommerlicher Hitze, sondern war Ausdruck der fehlenden Konsequenz, eine reale antifaschistische Aktion und Artikulation durchzuführen“.

Wie es aussieht lagen wir nicht falsch… Und das Problem ist geblieben. Die antifa und der politische Laden, der sie erzeugte, missbraucht den Namen weiterhin, indem sie zu antisemitischer Propaganda übergeht. Es ist wahr, wir hatten nach der damaligen Kritik den Fehler begangen, eine gewisse Sensibilität, eine Veränderung, irgendwelche selbstkritischen Äußerungen zu erwarten, sei es auch versehentlich… Denn es gibt einige Dinge, die mit nichts und niemals ausgeglichen werden können, z.B. 5-mal gegen die Faschisten, 1-mal für die Faschisten… Ihre Haltung wurde schlimmer.

Begonnen hat es mit dem „schweren Geschütz“, mit der Zeitschrift „Serajewo“ (wir müssen den Leser darauf hinweisen, dass diese Zeitschrift mit der antifa nichts zu tun hat), die ein Interview von Sharon aus dem Jahr 1982 veröffentlichte. Subsumierend wurde folgende Absicht der Veröffentlichung verfolgt (freie Wiedergabe): „Jetzt wo der Prozess gegen Plevris stattfindet, achtet darauf, nicht in die Falle zu geraten, die Juden zu unterstützen… es gibt zwar Antisemitismus in Griechenland, aber er ist antiquiert… der Antisemitismus heute wird (auch) von Israel  erzeugt, um den zionistischen Rückkehrtraum zu verstärken“.

Nun sind die antifaden an der Reihe, um nachzuplappern… So schrieben sie im April 2008 folgendes Schönes: „Indem sich der israelitische Zentralrat Griechenlands (KIS) an die Gerichte wandte, bewegte er sich innerhalb der Pläne seines Staates. Er hat versucht, die Diskussion um den Antisemitismus und die damit verbundenen Ängste seiner Untergebenen zu forcieren, um letztendlich den Staat Israel zu stärken (diese Leute sind Agenten, sie kennen ihre Arbeit zu gut).“ Aus der Zeitschrift Antifa, Nr. 4, 04/08, Athen)

Die antifa gibt uns bekannt, dass sie gegen Agenten aus fremden Ländern zu Felde zieht, wie es sich für eine reine, nationale und patriotische Kraft gehört. Sie gibt somit zu, welche Sorte ihr Antifaschismus ist: Nationalistischer Antifaschismus. Denn, Probleme mit Agenten aus anderen Ländern hat nur jemand, der die Ansicht vertritt, dass Agenten, die nationale Einheit seines Landes zersetzen oder unterwandern, was für ihn sehr negativ ist… Dies ist aber ein nationales Gefühl, folgerichtig Patriotismus. Warum sie nun neidisch auf diejenigen ist, die sie bis gestern beschimpfte („Resalto“ und andere empfehlenswerte nationalbolschewistische Läden) und sogar versucht, sie zu überholen, beantwortet sie selber: Die griechische Juden sind gar keine Griechen (ein für Nationalpatrioten wichtiges Element), sondern Staatsbürger eines anderen und zwar des schlimmsten Landes der Welt, des gehassten Israel.

Unabhängig von dieser Examensarbeit in Sache nationales Benehmen züchtet sie in ihren Ausgaben einen Agenten-Diskurs, bei dem wir uns fragen: wozu? Blättert man die Augustausgabe durch, findet man nicht wenige Artikel, in der sie überall „substaatliche Organisationen“ und „Agenten“ entdeckt.

Wenn wir davon ausgehen, dass diejenigen, die in der Antifa-Zeitschrift schreiben, keinerlei Zugang zu staatlichen Geheimdokumenten haben, um solche (sinnlose) Plaudereien über „Agentologie“ zu führen, kommen uns die Anschuldigungen einer andere große linken Formation in diesem Lande in den Sinn: die der bekannten KPG, für die alle ihre Gegner Agenten, Provokateure, Spitzel sind. Tatsächlich fragen wir uns, wohin diese Rhetorik der eigenartigen antifa007 führen soll, wenn sie nicht mal weiß, dass es aussichtslos ist, den ersten Platz in diesem Wettbewerb der KPG wegnehmen zu können? Welches Bedürfnis erfüllt denen diese „Agentologie“?

Liegt es an der Ahnungslosigkeit oder – wie wir meinen –  am Antisemitismus? Leider ist es auch eine weitere Inkonsequenz, dass die antifa, anstatt ein breites Dach von Antifaschisten im ganzen Land, wie anderswo auch, zu sein, es vorzieht, sich in einer bestimmte Richtung einzukapseln und die ideologische Erbschaft aus dieser Richtung ins neue Umfeld rüber zu retten… wir wissen trotzdem nicht, welchen Genuss sie dabei empfindet…

Wir wissen allerdings, mit welchem Scheiß sie den Antifaschismus bedient. Sie behauptet, dass Plevris ein Agent sei. Kann sein, kann nicht sein. Was gewinnen wir daraus? Werden wir uns beim EYP (nationaler Info rmationsdienst = griechischer Geheimdienst) beschweren? Ist er ein Neonazi oder nicht? Er ist es. Bedroht er die „Fremden“ dieser Gesellschaft mit Vernichtung und Hetzjagd oder nicht? Er bedroht sie. Sind wir Antifaschisten oder KYP-Mitglieder (Geheimdienstler), um „Agent“! zu schreien? Hat also die antifa nicht entdeckt, dass das Buch von Plevris faschistisch, rassistisch und antisemitisch ist? Sieht sie nicht, dass Antisemitismus in Griechenland, bei sich, bei den Linken und bei den Rechten vorhanden ist?

Mit dem Gefühl des unbefleckten Antifaschisten macht sie bei Plevris mit und stimmt mit ihm überein – nicht nur, was die Qualität der dunklen Verschwörer, die wieder mal die nationale Integrität unterwandern, sondern auch was seine Ansicht bezüglich dessen, was er gegen solche Fremdkörper vorhat, betrifft. Solche, die das Pech hatten, den Holocaust zu überleben, Nachkommen zu erzeugen, und das Schlimmste, wieder in dieses Land zurückzukehren, so als Geister aus einer andere Epoche, anstatt sich in ihre Löcher zu verkriechen oder (wie die meisten Überlebenden) nach Israel umzusiedeln. Tatsächlich, nur Agenten hätten diesen Mut (oder Unverschämtheit) in diese stinkende antisemitische Atmosphäre zurückzukehren!

Und weil wir völlig überzeugt sind, dass sie irgendetwas über den Holocaust gelesen haben, dass sie irgendetwas von Auschwitz gehört haben, gehen wir davon aus, dass die Stigmatisierung der griechischen Juden als Agenten Israels und deren Umtaufen in „israelische Staatsbürger“ bewusst gemacht wird, da dies immer gut ankommt: Sie träumen von antisemitischen Ansammlungen á la KPG/PAME unter den KIS-Büros in der Gasse von Hirs, und zwar mit antifaschistischem Mantel. Mit ihrem antifaschistischen Know-How ausgestattet, wissen sie zu gut wohin eine solche Meuteansammlung führt.

So argumentiert die antifa einerseits, warum keine Juden mehr nach Israel auswandern dürfen – damit dieser gehasste Staat nicht gestärkt wird, und gleichzeitig stigmatisiert sie die griechischen Juden als unerwünschte Personen in Griechenland, als Verschwörer, da sie die beschämende Rolle des Agenten für fremde Interessen spielen.

Weil sie also durch die Ausweglosigkeit, in der sie – wenn sie die Macht hätte – die griechische Juden bringen will (es sind genau solche Momente, wo wir uns über die Schwäche der antifaschistischen Bewegung freuen), nur eine einzige blutige Lösung (Vernichtung) übrig lässt, fragen wir sie: Weiß sie, was sie schreibt, oder weiß sie, wer solche Artikel schreibt?

Ihr einziges praktisches Problem ist, dass diejenigen, die gegen alle Wahrscheinlichkeitstheorien überlebt haben, sowie ihre Nachkommen, viel zu wenige in Griechenland sind, kaum mehr als 0,03% der Gesamtbevölkerung, um als Fraß für alle auszureichen (kann also dies der Grund sein, warum sie versuchen, die Geschichte des Pogroms gegen die Albaner zu verfälschen/vereinnahmen, etwa um die albanische MigrantInnen als Reserve zu halten?)

Und weil sie, sobald sie das Wort „Jude“ hören, ihre antifaschistischen Lämpchen zum glühen bringen, so dass sie sich nur und ausschließlich durch ihre antisemitischen Instinkte leiten lassen und die Realität auslöschen, heben sie KIS zum Initiator der Anklage gegen Plevris, obwohl die Anklage und das Zustandekommen des Prozesses dank des griechischen Helsinki-Komitees (was ehrenhaft ist) möglich wurde.

KIS selber hat versucht, als Nebenkläger aufzutreten, was bekanntlich durch das Gericht untersagt wurde (anscheinend waren die Richter von der antifa … oder von  „Babylonien). All das schreiben wir nur, um eine Frage zu stellen: Die antifa stigmatisiert KIS, für Sachen die er nicht gemacht hat. Welches Kampfmittel würde sie einsetzen, wenn er tatsächlich der Motor der Anklage wäre (was wir uns gewünscht hätten)?  Gewünscht, zumindest so lange wir nicht imstande sind das schlimmste zu verhindern – und zwar gegen jeden Antisemiten, z.B. Resalto, Goldene Morgen, KPG usw.

Momentan, bei der Häufigkeit der Spaltungen innerhalb der antifa, dachten wir, dass außer der Substanz der Nummern (Antifa66, Antifa49 usw.) was Positives daraus erfolgt, selbst dann, wenn es nur 1,2,3 Leute sind… Nichts von alledem ist passiert. Ihre einzige Errungenschaft war, dass sie es schaffte, innerhalb von 4 Zeilen (andere haben ganze Bänder dafür gebraucht) ihren ganzen Vernichtungswahn gegen die Juden zum Ausdruck zu bringen. Und dies, ohne die Umleitung des modernen Antisemitismus, den Antizionismus zu nutzen, so wie heutige Antisemiten es immer tun.

Es war überhaupt kein Zufall, dass sie, um sich zu erklären, auf das Interview von Sharon aus dem Jahr 1982 hingewiesen hat.

Die antifa in Griechenland hat bewiesen, dass sie einen Beitrag für die Verewigung der antisemitischen Stereotype in diesem Land leisten will.

Sie kam nicht zum Prozess gegen Plevris, weil sie meinte, dass ein Antisemitismus-Problem in Griechenland nicht existiert (genauso wie die sexistischen Genossen meinen, dass kein Sexismus-Problem in der Szene existiert, genauso, wie die LinkeMitteRechte meint, dass es kein Rassismus-Problem in der griechische Gesellschaft gibt).

Der antifa interessiert es nicht, ob sich die Juden dieses Landes durch dieses Subjekt bedroht fühlen. Nicht nur interessiert es ihr nicht, sondern sie tut alles dafür, dass all diejenigen, die es geschafft haben zu überleben, nicht unter uns überleben sollen.

Beweise dafür? In keiner ihre letzten 4 Ausgaben hat sie je ein Artikel über den Antisemitismus in Griechenland geschrieben, kein einziger Bericht in der Vielzahl ihrer Schriften gegen das Buch von Plevris.

Das einzige mal, wo sie mobilisiert hat, war es, als sie gegen diejenigen schreiben wollte, die zum Prozess gegangen sind, und eventuell auch gegen einige ihre Anhänger, die auf Distanz zu ihr gingen. Mit ihrem etwas verstaubten Argument wollte sie uns überzeugen, warum sie nicht zum Prozess kam und begründete es mit einem Interview von Ariel Sharon aus dem Jahr 1982!

Diese antifaschistische Argumentation hat leider ihre ganze Fäulnis zu Tage befördert, denn für einen Antifaschisten hätten mindestens 6 Millionen Argumente genügt, um ihn zum Prozess hin zu bewegen!

Der (sic!) Titel des Artikels der antifa, wo sie KIS als Agenten stempelte, hieß: „ Recht erlangt man nicht im Gericht“, es ist sozusagen „Überholung von links“, was nicht mal die Neonazis, die im Prozess anwesend waren, widersprechen würden. Genauer gesagt, sie begnügten sich mit anderen Mitteln. Und aktuell, sind sie sowieso gegen die bürgerliche Justiz.

Um von links zu überholen, musste die antifa, nicht nur über die Rolle des Antisemitismus in Griechenland ein paar Gedanken verlieren, sondern dagegen was unternehmen (wenn man die ganze Zeit nur Serajewo liest, wie soll man da auch was vom Holocaust verstehen. Höchstens Erkenntnisse über das, was dort „produziert“ wurde und wie hoch dort der „Mehrwert“ war – aber was hat der Holocaust mit Antifaschismus zu tun, oder?)

Es ist offensichtlich, wir hatten es schon artikuliert: Wir sind im Prozess rein gegangen, um uns, wenn auch nur juristisch (aber nicht nur), gegen den Antisemitismus von Plevris zu stellen, weil sie (die antifa) nicht mal draußen war. Und sie weiß zu gut, dass das Recht auch nicht mit Schweigen erlangt wird.

Leider hat sie sich nicht mal mit Schweigen begnügt. Sie sprach. Sie sprach um zu betonen, dass Israel den Prozess gegen Plevris initiiert hat! So tief gesunken in ihren ideologischen Labyrinthen und ihrem Vernichtungswahn… Denn das selbstverständliche für eine antifa-Gruppe wäre es , wenn Israel oder irgendwer eine Anzeige gegen einen griechischen Faschisten erstattet, dies zu bejubeln, da in Griechenland nicht nur der Antisemitismus seine Orgien feiert (in Form des Antizionismus, aber nicht nur, wie die antifa, die NAR und immer die KPGbeweist), sondern auch, dass nichts und niemand existiert, der diese antisemitische Lawine bremsen kann.

Stattdessen schlafen sie unruhig, wenn andere sich an die Seite von KIS  und gegen Plevris stellen. Es ist euer Recht, euch als Teil der Meute zu definieren. Unsere Unverständnis ist nur: Was hat das ganze mit Antifaschismus zu tun?

Es ist dieser Monolith des verwurzelten Antisemitismus (der nach Auschwitz synonym mit der Vernichtung ist) in dieser griechischen Gesellschaft, von links- bis rechtradikal, die tausend und einen Anlass sucht, wie z.B. die der ehrlichen Zeitschrift „Babylonien,

die sich im Namen der Meinungsfreiheit als Unterstützer von Plevris angeboten hat, um die Angriffe auf Juden zu rechtfertigen (die Angriffe laufen momentan auf der sprachlichen Ebene oder beschränken sich auf Schändungen von jüdische Mahnmalen und Friedhöfen, so als Vorbote zukünftiger schäbiger Pogrome).

So und nur so können sie die antisemitische Fahne ihrer Heimat und ihrer Vorfahren hochhalten: Das stets antisemitische Griechenland (insbesondere, als die Kollaborateure der Deutschen nach dem Krieg an die Macht kamen) war das einzige Land in Europa, das gegen die Gründung des Staates Israel in der UNO im Jahr 1948 stimmte, sowie das letzte Land in Europa, dass erst 42 Jahre später den israelischen Staat diplomatisch anerkannte. Genau diese Tradition verfolgen sie heute.

Aber auch neulich ist das Pogrom vom 4. September nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Seit Jahren wurde das „Verbrechertum, die niedere Intelligenz, die Schädlichkeit der Albaner“ in den Massenmedien, in den griechischen Familien, in der griechischen Schulen, auf den griechischen Baustellen, in der griechischen Provinz propagiert. Dies war die Voraussetzung, damit das Pogrom vom 4. September einen solchen riesigen Erfolg hatte, sowohl was die Anzahl der Opfer als auch was die Anzahl der Täter und der Zuschauer betrifft. Es war die Materialisierung genau dieser Meinungsfreiheit, die Teile der Grekoanarchisten/Grekolinken verteidigen!

Denn wir dürfen nicht vergessen, dass all die Jahre, als diese „Plaudereien“ gegen die Albaner stattfanden, der größte Teil der Grekoanarchisten/Grekolinken nicht nur nichts dagegen unternommen hatte, sondern auf seine Weise mitmachte, indem sie linke, revolutionäre Stigmata gegen die Albaner hinzufügte (Agenten von USA und UCK, politisch ungebildet, kleinbürgerliche Ansichten, revolutionsunfähig und Tausende anderer Attribute).

Die Albaner haben sie erst entdeckt (so weit sie sie entdecken konnten), als sie erkannt haben, dass sie politisch Vorteile bringen können, als sie also durch ihren  revolutionären TÜV gegangen sind.

Es ist bezeichnet, das was wir vorhin sagten: die antifa ersetzte das Wort Albaner durch Migranten auch aus folgendem Grund: Migranten werden abstrakt und allgemein als die Proletarier diese Gesellschaft betrachtet, was für die antifa das Wichtigste ist. Dass sich der nationalistische Hass gegen die Albaner richtet, ist im Bezug auf die Klassenzugehörigkeit zweitrangig, solange die Chefs (Griechen) gegen die Arbeiter (Migranten) vorgehen. Etwas, was sowieso nicht stimmt, da einige Albaner inzwischen Chefs geworden sind und andere in der untersten Klassenstufe landeten. Trotzdem erfahren beide Kategorien den griechischen Rassismus gleichermaßen.

Leider oder besser: zum Glück eignen sich die griechische Juden nicht für eine solche politische Ausbeutung, wenn man sich mit ihnen solidarisch erklärt, sondern das Gegenteil: Politische Isolation, Feindschaft der Umgebung und vor allem unendlicher Hass (dies ist wahrscheinlich ihre einzige richtige Bewertung).

Wisst ihr, es gibt einige Dinge, (insbesondere nach Auschwitz), wie die Vernichtung von Minderheiten, die auch in Griechenland zu Tabus erhoben werden müssen. D.h. es darf nicht mal eine Diskussion darüber erlaubt sein, ob die Juden, die Albaner, die Pakistanis oder andere, die durch die griechische Gesellschaft und ihre Avantgarden ins Visier genommen wurden, umgebracht werden sollen oder nicht.

Natürlich wäre es besser, wenn diese Tabus durch eine antifaschistische Bewegung durchgesetzt wären. So lange aber eine solche Bewegung nicht mal mit der Lupe zu sehen ist, so lange werden wir jegliche Aktionen unterstützen, wo wir richtiger- oder fälschlicherweise glauben, dass sie vielleicht, auch wenn sie unsere Ansichten widersprechen, für eine kurze Zeit, für einige wenige, den vernichtenden antisemitischen und rassistischen Hass bremsen könnten. Den Hass derer, bei denen ihr schleimt und sie zu organisieren versucht.

Deswegen habe wir uns neulich gefreut, als der europäische Gerichtshof Griechenland wegen den Angriffen auf die Roma in Aspropirgos verurteilte, deswegen freuen wir uns jedes Mal, wenn internationale Gremien sie verurteilen, auch dann, wenn die Gefahr besteht, dass ihr euch daran gewöhnen könnt. Deswegen werden wir dieses Land solange denunzieren, solange das rassistische und antisemitische Verbrechen und vor allem seine Vorbereitung zum existentiellen Teil des griechischen Alltags werden. Deswegen wurde dieser Text in verschiedenen Sprachen übersetzt als ein Mindestbeitrag, um eure Ansichten zu denunzieren.

Deswegen werden wir ohne wenn und aber an der Seite der griechischen Juden stehen, an der Seite von KIS, egal wie ihr ihn beschimpft und stigmatisiert.

Jener KIS, der seit seiner Gründung als Vertretungsorgan der wenigen nach dem Holocaust übrig gebliebenen jüdischen Gemeinden nie aufgehört hat zu propagieren, dass die Griechen nicht Antisemiten sind (wir respektieren diese Haltung und haben gar Verständnis angesichts solche Antifaschisten, auch wenn wir eine andere Bewertung der griechischen Gesellschaft haben).

Jener KIS, der es für den Prozess nicht mal geschafft hat, eine Juristengruppe auf die Beine zu stellen (anscheinend hatte Israel kein Geld zum Schicken gehabt).

Jener KIS, der anstatt nur eines Prozesses gegen Plevris Tausende solcher führen könnte (nach unseren vorläufigen Erkenntnissen etwa gegen halb Griechenland). 

Und schließlich jener KIS, der, wenn er vorhätte, Griechenland als antisemitisch anzuprangern (wünschenswert!), alle jüdische Gemeinden innerhalb und außerhalb des Landes über die berühmte jüdische Lobby mobilisiert hätte – aber wo versteckt sich zum Teufel diese Lobby, über die sich alle mit Schaum vorm Mund so aufregen?

Und ein letzter Hinweis über die Haltung von KIS zu Israel: Die Gesetzgebung von Israel gibt jedem Jude in der Welt das Recht, wenn er es möchte oder wenn er gezwungen wird, nach Israel auszuwandern und automatisch israelischer Staatbürger zu werden. Wir denken, es ist nicht notwendig, weder die Gründe für diese Gesetzgebung noch für das „Gezwungenwerden“ zu erklären.

Und bevor sie sich wieder lächerlich machen mit Feindifferenzierungen, wie die , dass sie zwischen dem KIS und den griechischen Juden, die ihn gewählt haben, unterscheiden usw.: wäre es in dem Fall nicht besser, wenn zukünftig die griechische Juden ausschließlich griechische Christen in ihre Organe wählten, so sicherheitshalber?… ist nur eine Frage…

Was die „Sofa-Linke“ betrifft (sie meinen die Antinazi-Initiative), so haben wir wesentlich höheren Respekt von der Haltung solcher Linken als vor Antifaschisten diese Sorte.

Der Zeitschrift „Antifa“ interessiert es offensichtlich nicht, was die Griechen mit den MigrantInnen, den Juden oder mit dem „Mazedonien“ -Thema tun.

Anstatt sich mit dem, was Tante Koula und Onkel Dimitris tagtäglich gegen die „Fremden“ tun, zu beschäftigen, machen sie sich zuerst auf die Suche nach Agenten unter denen, die unter dem Rassismus oder Antisemitismus leiden (und es gibt nicht wenige Plevris, die so was unterstützen). Ein Tag vor dem Prozess (erste Instanz) gegen Plevris, im Dezember 2007, hielten Faschistoiden auf Motorrädern unter dem KIS-Büro Ausschau und verteilten Flyer mit keltischen Kreuzen usw. Allein diese Tatsache hätte Tausende Antifaschisten mobilisieren müssen, die no-go-Areas für Faschisten hätten schaffen können, sowie diese mit klaren materiellen Argumenten um ihr Recht hätten bringen müssen.

Anscheinend wäre es aber besser (für die antifa) gewesen, wenn sie auf die sommerlichen, mit steigender Temperatur traditionellen antisemitischen Wellen surfen gegangen wäre. Wellen, die durch irgendwelche paternalistischen „antirassistischen Festivals“ oder irgendwelche autonome Lädenausbrechen: In endlich antiseptischen und von Drogenabhängigen gesäuberten populistischen Stadtteile, z.B. Eksarchia, deren Instandhaltung durch den Einsatz von Volksmilizen durchgesetzt wurde (anderswo nennt man so was Säuberung) usw.

Abschließend schlagen wir gut gemeint vor, sich „Hellantifa“ umzubenennen. Diese Bezeichnung sagt alles und stiftet keine Verwirrung. Außerdem hört sie sich nett an, ist rhythmisch und zieht gar Touristen an (es hört sich an wie eine Mischung aus Hellas, Oliven und Kantaif). Und vor allem betont sie deren Herkunft, was für sie sehr wichtig ist, da deren wiederholte Sorge, dass die griechischen Juden gar keine Griechen sind, ein existentielles Problem für sie (antifa) ist.

 

Gegen Antisemitismus, egal wo er ausbricht!

 

Terminal 119  

Café Morgenland

 

01/07/08

Plevris ist ein bekannter und bekennender Faschist, der in seinem letzten Buch „Juden, die ganze Wahrheit“ die Vernichtung der europäischen Juden bejubelte (er kritisierte u.a. Hitler für seine unvollständige Arbeit). Er tritt für die „Reinheit“ und „Säuberung“ der griechischen Nation von „fremden Elementen“ ein. Er wurde wegen Antisemitismus und Volksverhetzung angeklagt (es war der erste Prozess in Griechenland wg. Antisemitismus seit bestehen des griechischen Staates). Gegen die Verurteilung (14 Monate mit 3-jähriger Bewährung) legte er Revision ein. Der Revisionsprozess findet am 17.09.08 statt.

[ii] Neulich hat Hellantifa ganz Athen mit Plakaten zum Pogrom von September 2004 zugeklebt. Um die historische Wahrheit wiederherzustellen: Das Pogrom wurde sehr konkret gegen die albanische MigrantInnen, aus einen ganz bestimmten Anlass, nämlich die Jubelfeier der albanischen Fans über den Sieg ihre Fußballmannschaft gegen die Germanoiden von Rehhagel, mit sehr konkreten Opfern und Toten – und nicht allgemein gegen Migranten, wie Hellantifa es bewusst darzustellen versucht – durchgeführt .

Bekanntlich wurden über 300 verletzt, Tausende durch die Hetzmeute in fast allen Städten Griechenlands gejagt und angegriffen, Autos von Albanern wurden demoliert und 2 Albaner wurden getötet (offiziell sprechen sie nur von einem Toten). Unter den Verletzten waren auch 2 nichtalbanische Migranten. Anstatt sich also den Kopf zu zerbrechen, um die Zielgenauigkeit zu verstehen, mit der der Mob seine Opfer erkennen und aussuchen konnte (nicht nur unter den Griechen, sondern auch unter den anderen MigrantInnen), da die „Kollateralschäden“ dieser nächtlichen Kämpfe extrem gering waren, wie die Zahl der Verletzten und der Angegriffenen zeigt, verfälschen und verheimlichen sie die Realität , indem sie abstrakt und allgemein von Migranten reden und jeglicher Hinweis auf die konkreten Opfer, auf die albanischen MigrantInnen in ihren Plakaten eliminieren. Somit schmeißen sie selber ihre eigene Parole „wir vergessen nie“ in den Mülleimer  

eine linksradikale Zeitschrift  

Februar 2003. Die SEH (Schauspielergewerkschaft) bestreikt das „Staatstheater Nordgriechenland“. Am 12.2.2003 meldeten die Zeitungen „Agelioforos“, „Niki“, „Awriani nordgriechenlands“ folgende Stellungnahme des Vorsitzenden der SEH und Funktionärs der KPG, Vasilis Kolowos: „Jemand muss endlich eine Antwort über die Rolle der universitären Elite und der jüdischen Lobby geben. Der Kultusminister muss endlich öffentlich Stellung dazu beziehen“.

  „wenn wir eine Antwort auf die Anklage der „antinazi-.Initiative“ geben sollten, dass nämlich die Linke im Prozess abwesend war, dann würden wir uns  fragen ob die Linke und die antistaatliche Szene, wenn sie überhaupt teilnehmen würde, dann eher als  … Unterstützungszeuge für den Angeklagten  (darüber kann man diskutieren) auftreten sollte“ schrieb „Babylonien“., um die sog. „Meinungsfreiheit“ zu verteidigen.

Was das berühmte Argument der Meinungsfreiheit betrifft, würden wir nochmals betonen,. dass dies nie abstrakt, sondern immer etwas Konkretes ist. In diesem Fall fordert ihr das Recht, Faschist zu sein und die Ermordung von Minderheiten propagieren zu dürfen.

Ihr zieht sogar eine chinesische Mauer zwischen der Vernichtung und der Propagierung der Vernichtung, was nur in euren Köpfen existiert, da die Vernichtung immer ihre Vorbereitung voraussetzt; ideologisch und propagandistisch, sie ist sozusagen die Phase des Guillotinen-Entwurfs/design.

Genau diese Freiheit verlangt ihr für die Faschisten. Die Vernichtung ist kein plötzliches Ereignis, das vom Himmel fällt, sondern ein Glied (und zwar das zeitlich kürzeste) in einer langen Kette, die ohne alle ihre Glieder unbrauchbar ist. Die deutschen Vernichter wussten dies zu gut, so dass sie mit Körper und Seele an ihre Werk gingen. Sie hatten gar Wissenschaftler zu Tausenden engagiert (sie ist die andere Freiheit, die Freiheit der Wissenschaft), um mit ihren „wissenschaftlichen Studien“ die Minderwertigkeit der jüdischen Rasse nachzuweisen, um ihre Opfer als schändliche Blutsauger im gesunden deutschen Volkskörper zu stigmatisieren, aber auch die naturgegebene Schädlichkeit der Roma, der Homosexuellen, der Geisteskranken usw. nachzuweisen. Die Umsetzung dieser Meinungsfreiheit ist bekannt.  

siehe auch „Rassismus, klassische Anarchismus und die Solidarität mit Migrantinnen“, in der  2. Ausgabe von Terminal 119.  

„Als Diplomat habe ich versucht, das Bemalen von Hakenkreuzen auf der Fahne meiner Heimat nicht persönlich zu nehmen. Jetzt wo ich sehe, wie sich die Griechen zum „ekelhaften Amerikaner“ des Balkans entwickeln, muss ich mit mir kämpfen, um nicht „geschieht denen recht“ zu murmeln.“ Brady Kisling, ehemaliger US-Diplomat in Athen, bezüglich des Bemalens von griechische Fahnen mit dem Hakenkreuz in Mazedonien (aus der Zeitschrift Afto, nr.19, April 2008)

 

Der Stadtteil gilt aus Hochburg der linksradikalen Szene. Letztes Jahr hat die Szene (zusammen mit der dortigen Bürgerinitiative) beschlossen, die Junkies aus ihrem Stadtteil zu verjagen, was durch organisierte linksradikale Schlägertrupps mit 100%-igen Erfolg durchgesetzt wurde. Seitdem ist der Stadtteil clean.

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